10 Fehler bei der Baufinanzierung

10 Fehler bei der Baufinanzierung



  • 26. April 2018
  • Autor: Danny Sempf

Warum Monat f├╝r Monat viel Geld f├╝r Miete zahlen, wenn doch die Finanzierungsm├Âglichkeiten f├╝r ein Eigenheim derzeit so attraktiv sind wie nie? Eigentlich kann man daher doch nicht sonderlich viel falsch machen. So jedenfalls k├Ânnte man meinen. Aber der Traum von der eigenen Wohnung oder vom Eigenheim kann bereits durch eine unzureichende Planung und Konzeption der Baufinanzierung sehr schnell zu einem echten Alptraum werden.

Die 10 Fehler bei der Baufinanzierung gilt es zu vermeiden:

Fehler Nummer 1: Eine unzureichende Kostenplanung

Das Traumhaus ist gefunden und der Preis stimmt auch. – Die zus├Ątzlich anfallenden Kosten d├╝rfen bei der Planung dennoch nicht au├čer Acht gelassen werden, auch wenn der Kaufpreis f├╝r eine Immobilie noch so attraktiv erscheint. – Denn langfristig kann dies richtig teuer werden. So k├Ânnen allein schon die Grunderwerbskosten – je nach Bundesland – bei etwa 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises liegen (Niedersachsen 5 Prozent). Hinzu kommen Notarkosten und Grundbuchaufwendungen in H├Âhe von bis zu 2 Prozent der Kaufsumme. Gegebenenfalls, dass das Wohnobjekt vermittelt worden ist, f├Ąllt eine Vermittkungsprovision an. All dies sind Faktoren, die zus├Ątzlich zum urspr├╝nglich veranschlagten Kaufpreis anfallen. Dementsprechend sollte folglich auch die Baufinanzierung ausgerichtet sein.

Fehler Nummer 2: Zusatzaufwendungen unvollst├Ąndig kalkuliert

Wer ein Haus bauen m├Âchte, holt sich in der Regel Angebote ein und kann dann davon ausgehen, dass in der Berechnung alle Leistungen aufgef├╝hrt sind, die f├╝r die Fertigstellung des Wohnobjektes erforderlich sind. Das ist allerdings nur selten der Fall. Nur allzu h├Ąufig werden wichtige Dinge, aber auch elementare Details nicht in einem solchen Angebot aufgef├╝hrt. Hier ist unter anderem von der Erschlie├čung des Baugrundst├╝cks die Rede oder von der Konzeptionierung der Baustelle vor Ort. Auch die Kosten f├╝r Gutachten oder f├╝r die Installation von Hausanschl├╝ssen sucht man in einem solchen Angebot oft vergeblich. Werden diese in der Baufinanzierung nicht ber├╝cksichtigt, kann eine Nachfinanzierung den Bauherren ganz sch├Ân ins Schwitzen bringen…

Fehler Nummer 3: Was, wenn der Eigenkapitalanteil zu gering bemessen ist?

Nicht jeder Bauherr in spe verf├╝gt ├╝ber ein prall gef├╝lltes Bankkonto. Dementsprechend niedrig ist dann das f├╝r das Bauprojekt zur Verf├╝gung stehende Eigenkapital. Das Problem: Kreditgebende Institute stellen f├╝r Baufinanzierungen, die auf einem geringen Eigenkapitalanteil basieren, erfahrungsgem├Ą├č hohe Zinsaufschl├Ąge in Rechnung. Dies f├╝hrt dazu, dass die Haushaltskasse langfristig zus├Ątzlich belastet wird.

Fehler Nummer 4: Grenzen werden ├╝berschritten

Wer in Erw├Ągung zieht, ein Eigenheim zu kaufen oder bauen zu wollen, sollte nicht zu „lapidar“ mit den eigenen finanziellen M├Âglichkeiten umgehen. Sicherlich sind die Immobilienangebote oftmals so attraktiv, dass man einfach nicht „nein” sagen kann. Im Zuge dieses Enthusiasmuses sollte aber nichtsdestotrotz ber├╝cksichtigt werden, dass die Lebenshaltungskosten sukzessive weiter zu zahlen sind. Es gilt also, nicht nur die finanziellen Aufwendungen f├╝r die Baufinantierung zu ber├╝cksichtigen, sondern auch die ├╝brigen Kosten, die f├╝r die Miete im aktuellen Wohnraum sowie f├╝r den Unterhalt etc. zu zahlen sind.

Fehler Nummer 5: Die Sache mit der Tilgung

Sicherlich mag es auf den ersten Blick sehr verf├╝hrerisch erscheinen, dass die Kreditgeber in der Regel nur eine Mindesttilgung in H├Âhe von gerade mal einem Prozent verlangen. Ein guter Grund, um gleich mal die Kreditsumme zu erh├Âhen, nicht wahr? Fakt aber ist, dass auch dieses Geld zur├╝ckgezahlt werden muss. Mit kleinen Betr├Ągen dann und wann wird es allerdings wohl kaum gelingen, dieser Verpflichtung ad├Ąquat nachzukommen. An dieser Stelle lohnt es sich, daran zu denken, dass eine Anschlussfinanzierung erforderlich sein k├Ânnte. Diese k├Ânnte mit weitaus h├Âheren Kosten einhergehen – und den Schuldenberg zus├Ątzlich anh├Ąufen. Idealerweise planen Sie deshalb statt des Tilgungssatzes in H├Âhe von einem Prozent sicherheitshalber 2 oder 3 Prozent in Ihre Baufinanzierung mit ein.

Literatur zum Thema Immobilienfinanzierung¹:

 

Fehler Nummer 6: Das Zinsniveau vollends aussch├Âpfen

Nat├╝rlich ist das Zinsniveau derzeit ├Ąu├čerst attraktiv. Allerdings kann sich dies langfristig durchaus auch ver├Ąndern. Umso wichtiger ist es, dass sich der Bauherr in spe die aktuell geltenden Zinskonditionen f├╝r einen m├Âglichst langen Zeitraum sichern. Die Banken kommen einem diesbez├╝glich gerne entgegen. Allerdings wird diese „Kundenfreundlichkeit“ mit Aufschl├Ągen in H├Âhe von rund 0,7 Prozent berechnet. Trotzdem – es lohnt sich. Auf diese Weise l├Ąsst sich das Risiko des Zinsanstiegs langfristig sehr gut ausklammern.

Fehler Nummer 7: Wenn sich die Lebensumst├Ąnde ├Ąndern…

Die meisten Banken m├Âchten ihre Kunden mit attraktiven Kreditangeboten locken. Das ist einerseits f├╝r den Kreditnehmer von Vorteil. Andererseits sollte hier auch ber├╝cksichtigt werden, dass die Raten, die es zur├╝ckzuzahlen gilt, meist sehr starr und damit nur wenig flexibel sind. Damit k├Ânnen sie im Zuge der Zinsbindung nicht reduziert und auch nicht erh├Âht werden. Ganz abgesehen davon, dass auch Sondertilgungen erst sehr sp├Ąt – wenn ├╝berhaupt – erfolgen k├Ânnen. Eben dieser Mangel an Flexibilit├Ąt kann zu finanziellen Engp├Ąssen f├╝hren, wenn sich beispielsweise die Lebensumst├Ąnde ├Ąndern – wie beispielsweise durch einen Arbeitsplatzwechsel, die Geburt eines Kindes oder durch eine Trennung.

Fehler Nunmer 8: Bereitstellungszinsen m├╝ssen bei der Baufinanzierung ber├╝cksichtigt werden

Sie geraten „gerne“ in den Hintergrund, wenn es um die Konzeptionierung der Baufinanzierung geht: die Bereitstellungszinsen. Das Fremdkapital, welches durch die Bank zur Verf├╝gung gestellt wird, kann mit Blick auf den jeweiligen Baufortschritt bedarfsgerecht abgerufen werden. F├╝r das Geld, welches jedoch noch nicht ben├Âtigt wird, stellen die kreditgebenden Institute Bereitstellungszinsen in Rechnung. Diese belaufen sich auf durchschnittlich rund 3 Prozent j├Ąhrlich und m├╝ssen zus├Ątzlich zu den Kreditzinsen ber├╝cksichtigt werden. Insofern lohnt sich der Blick hinter die Kulissen: Wann werden diese seitens der Bank in Rechnung gestellt – und in welcher H├Âhe? Elementare Zahlen, die in der Baufinanzierung auf keinen Fall unber├╝cksichtigt bleiben sollten!

Fehler Nummer 9: F├Ârderungen nutzen

Seit etlichen Jahren bietet die staatliche KfW-Bank die attraktivsten Baukredite und Tilgungszusch├╝sse an. Vor allem f├╝r energieeffizientes Bauen spielt diese M├Âglichkeit eine wichtige Rolle. Vielen H├Ąuslebauern ist es nicht bekannt, dass die KfW-Bank diese Darlehensangebote offeriert. Damit verschenken sie bares Geld. Fragen Sie gezielt nach.

Fehler Nummer 10: Der Bankberater vor Ort

Wer sich bei einem Kreditwunsch an die Hausbank wendet, ist immer auf der sicheren Seite. Denn dort werden die attraktivsten Konditionen geboten. Au├čerdem „kennt“ man sich – und schon allein diese Vertrauensbasis ist „bares Geld wert“. Ein Trugschluss. Die Erfahrung zeigt immer wieder, dass es bei Weitem eben nicht immer die eigene Hausbank ist, die die g├╝nstigsten Kreditangebote zu bieten hat. Vielmehr ist das Angebot lokaler Banken relativ begrenzt. Es lohnt sich daher unbedingt, auch die Angebote von Direkt- bzw. Internetbanken zu vergleichen. Auf diese Weise kann man – einen Darlehensbetrag von 200.000 Euro und eine Laufzeit von 20 Jahren zu Grunde legend – bis zu 40.000 Euro insgesamt sparen.

[ctafinanz]