Das Bestellerprinzip.

Seit 2015 gilt in Bezug auf die Maklercourtage f├╝r Mietwohnungen: ÔÇ×Wer bestellt, der zahlt.ÔÇť Dies wird landl├Ąufig als Bestellerprinzip bezeichnet.

Vor dieser Neuregelung mussten Mieter die Maklercourtage bei Vertragsabschluss auch dann bezahlen, wenn nicht sie selbst, sondern der Vermieter den Makler beauftragt hatte. Durch das Bestellerprinzip haben viele Immobilienmakler einen Teil Ihres Gesch├Ąfts eingeb├╝├čt, da vermehrt Vermieter dazu ├╝bergegangen sind Ihre Immobilien selbst zu vermarkten. In strukturschwachen Regionen werden durch das Bestellerprinzip weniger Immobilien vermarktet, das allgemeine Wohnungsangebot ist gesunken.

Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, kurz SPD, will nun das Bestellerprinzip auch beim Kauf von Immobilien einf├╝hren. Mitte Januar 2017 hat hierzu die Fraktion der SPD im Bundestag in Ihrer Jahresauftaktklausur wohnungspolitischen Ziele definiert. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands will durch Gesetzes├Ąnderungen die Kaufnebenkosten senken sowie den Mieterschutz ausweiten. Ein breites Medienecho erzeugte hierbei das Vorhaben, das Bestellerprinzip auch auf den Kauf von Immobilien auszuweiten.

Aktuell gibt es keine gesetzliche Regelung, wer beim Immobilienverkauf /-kauf die Maklercourtage tr├Ągt. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands will, da├č zuk├╝nftig die Maklercourtage vom Besteller / Auftraggeber ├╝bernommen wird. H├Ąufig ist es so, dass der Verk├Ąufer den Makler bestellt der K├Ąufer jedoch die Maklergeb├╝hr zahlt. Das Bestellerprinzip beim Kauf soll somit zum Wohle des K├Ąufers eingef├╝hrt werden. Dies w├╝rde zudem das Problem l├Âsen, dass Banken h├Ąufig nur die Kaufsumme finanzieren, nicht jedoch die Maklergeb├╝hr (Kaufnebenkosten), da diese nicht Teil der Kaufsumme ist. Zum Nachteil f├╝r den K├Ąufer ist jedoch, dass bei dieser Konstellation die Grunderwerbssteuer nicht nur f├╝r das Grundst├╝ck f├Ąllig wird, sondern auch f├╝r die Maklercourtage, denn die Verk├Ąufer einer Immobilie werden die Maklergeb├╝hr in den Angebotspreis einpreisen. Der gro├če Gewinner ist somit der Staat, der sich ├╝ber h├Âhere Einnahmen freuen kann. F├╝r Verk├Ąufer, K├Ąufer und den Makler kommt es nur zu Verschiebungen und die H├Âhe der Maklercourtage ist auch schon jetzt verhandelbar.

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Gilt das Bestellerprinzip auch bei Gewerbeimmobilien?

Bei Gewerbeimmobilien gelten keine gesonderten Regelungen. Die Maklercourtage ist im Rahmen der orts├╝blichen Provisionsh├Âhe frei verhandelbar. Das Bestellerprinzip findet bei der Vermittlung von Gewerbeimmobilien keine Anwendung.